Scheitern ist schön?! Wir lernen aus unseren Fehlern


16. Mai 2019   Dr. Sophia Bolzano
Fehlerkultur

Scheitern ist schön?! Wir lernen aus unseren Fehlern

Diese Schlagzeilen ließen uns einen Presse-Artikel genauer lesen. Und wir stellten uns die Frage: Ist es tatsächlich in Ordnung, Fehler zu machen und zu ihnen zu stehen? Seit einiger Zeit wird auch der Begriff „Fehlerkultur“ immer öfter verwendet. Doch was steckt hinter all dem?

Bei Wikipedia steht zum genannten Begriff: Wo immer Menschen zusammenkommen und kooperieren, kristallisiert sich ein bestimmter Umgang mit Fehlern heraus. Folglich etabliert sich in jeder Gesellschaft, in jeder Kultur und in jedem sozialen System eine bestimmte Fehlerkultur, eine bestimmte Art und Weise, Fehler zu betrachten, zu bewerten und mit Fehlern umzugehen.

Den Forschern zum Thema Fehlerkultur geht es stets um einen konstruktiven Umgang mit Fehlern: in der Schule um das Lernen aus Fehlern, in Unternehmen und Non-Profit-Organisationen um einen produktiven Umgang mit Fehlern und um das innovative Lernen. Das Spektrum optimalen Verhaltens reicht hier von der Fehlervermeidung bis hin zur Fehlerfreundlichkeit.

Eine weitere interessante Entwicklung fand Ende April in Wien statt – eine Fuckup Night. Noch nie von Fuckup Nights gehört? „Fuckup Nights“ ist eine globale Bewegungs- und Veranstaltungsreihe, in der Geschichten über berufliches Versagen erzählt werden. Bei Veranstaltungen auf der ganzen Welt teilen jeden Monat drei bis vier Personen mit einem Raum voller Fremder ihre eigenen beruflichen Bauchflecke, ihre „Fuckups“.

Geschichten von Unternehmen, die versagen, der partnerschaftliche Deal, der schiefläuft, das Produkt, das zurückgerufen werden muss, alles wird dort erzählt – offen, ehrlich und ohne etwas zu beschönigen – und die Vortragenden ernten sogar Applaus für ihre Fehlerberichte.

In das gleiche Horn stößt ein Artikel aus der Presse vom August letzten Jahres, in dem berichtet wird, wie der Misserfolg seinen Schrecken verliert und Fehler Machen sogar schon fast cool ist. Sogar hier bei uns in Österreich, wo nachtragend sein irgendwie dazu gehört. Im Grunde geht es doch um wohlwollendes, respektvolles Aufarbeiten der Angelegenheit. Im Vordergrund steht Ursachenerkennung und keine Schuldzuweisungen, Ruhe statt Aufregung ist angesagt.

Die Autorin Elke M. Schüttenkopf schreibt über fünf Regeln für kluges Scheitern in ihrem Buch „All the Wiser: Learning from Our Mistakes“:

  • Mut zum Risiko, wenn es die Sache wert ist.
  • Perfektion ist unrealistisch, Experimente sind besser.
  • Die Wege der Umsetzung dürfen ruhig falsch sein, solange die Vision bleibt.
  • Misserfolge in Lektionen („Perlen der Weisheit“) verwandeln und mit der Welt teilen.
  • Es einfach tun. Jetzt und sofort.

Aus unserer Sicht ist diese Entwicklung eine Erleichterung für unsere stressige Arbeitswelt. Die Verabschiedung vom Perfektionismus erspart vielleicht sogar der Einen oder dem Anderen einen Rutsch in die Burnout-Falle.

Wenn Sie selbst mit Misserfolgen oder Fehlern konfrontiert sind und nicht weiterwissen, sind wir gerne für Sie da und arbeiten an den für Sie passenden Lösungen.

Quellen:

fuckupnights.com
DiePresse.com/Karriere 11.08.18 
de.wikipedia.org/wiki/Fehlerkultur