Umgangsformen am Arbeitsplatz


11. Februar 2019   Dr. Sophia Bolzano
Umgangsformen am Arbeitsplatz | EAP-Institut

Gute Umgangsformen am Arbeitsplatz sind das A und O für ein harmonisches Miteinander

In Zeiten von #metoo und einem gesteigerten Wunsch nach einem friedlichen Miteinander im Büro, bei der Arbeit, genügen oft ein paar klare Rahmenbedingungen, um kollegiales Verhalten und freundliches Benehmen leichter zu machen. Denn Umgangsformen haben anscheinend einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das gesamte Klima im Unternehmen. Ein gutes Sozialverhalten hat bereits viele Karrieren positiv beeinflusst bzw. beschleunigt. Wir haben recherchiert und die aus unserer Sicht wichtigsten Tipps zusammengetragen.

1. Sensibler Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten

Zu einer guten Umgangsform gehört vor allem, jedem Gesprächspartner mit Respekt und Sensibilität zu begegnen. Dies trägt dazu bei, dass Sie bei Vorgesetzten und KollegInnen in positiver Weise in Erinnerung bleiben. Zudem eröffnet einem der respektvolle und sensible Umgang die Möglichkeit, in schwierigen Gesprächen auch einmal kritische Anmerkungen zu machen, ohne dass diese falsch verstanden und als Angriff gewertet werden. Vor allem für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die für Kundenkontakte, geschäftliche Verhandlungen oder Personalfragen zuständig sind, ist ein solcher Umgang von größter Bedeutung. Die Fähigkeit, sich gerade in problematischen Situationen adäquat zu verhalten, verleiht eine natürliche Autorität, die von den meisten respektiert wird.

2. Ein Muss – Loyalität, Respekt und Diskretion

Ein Aspekt guter Umgangsformen am Arbeitsplatz ist die Loyalität gegenüber dem ganzen Unternehmen und dem jeweiligen Vorgesetzten. Besonders wichtig ist der Respekt gegenüber der Stellung des Chefs, der Chefin. Auch wenn Sie vielleicht nicht immer seine oder ihre Meinung teilen, bleibt er oder sie Ihr Vorgesetzter.

Zu einem loyalen Verhalten zählt auch Diskretion. Sowohl unternehmensinterne Informationen als auch außerbetriebliche Angelegenheiten sind mit größter Diskretion zu behandeln. Loyalität wird von allen Unternehmen erwartet und von den meisten auch honoriert, deshalb gilt Loyalität als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Karriere.

3. Zeigen Sie soziales Verhalten

Angemessenes Verhalten zeigt sich vor allem beim Umgang mit Konflikten. Dies gilt insbesondere bei Konfliktsituationen, die Kollegen betreffen. Hier können Sie Ihr ausgeprägtes Sozialverhalten zeigen, auch wenn Sie selbst gar nicht in den Konflikt involviert sind. Bevor die Situation so weit eskaliert, dass sie nur durch den Vorgesetzten gelöst werden kann, können Sie sich als Außenstehende/r darum bemühen, den Konflikt zuerst mit den Betroffenen zu klären, bevor der/die Chef/in eingeschaltet wird.

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4. Respektieren Sie bestehende Umgangsformen

Gerade, wenn Sie neu in ein Unternehmen kommen, ist es sehr wichtig, den KollegInnen zu zeigen, dass Sie an einer guten Arbeitsatmosphäre mitarbeiten möchten. Um dies zu erreichen, ist es sinnvoll, von Beginn an die im Unternehmen geltenden Umgangsformen und Umgangsregeln zu verinnerlichen und sie zu respektieren. Wichtig sind hier z.B. Regelungen bezüglich der Anrede. Oft gibt beispielsweise die Unternehmensphilosophie vor, ob KollegInnen mit Sie oder Du angesprochen werden.

5. Akzeptieren Sie Rituale

In jedem Unternehmen entwickeln sich im Laufe der Zeit bestimmte Rituale, die dem Umgang eine sinnvolle Struktur geben. Solche Rituale bzw. Umgangsformen sind nicht selten das Ergebnis von Erfahrungen, wie im Unternehmen Arbeitsprozesse optimal ablaufen und zwischenmenschliche Konflikte vermieden werden können. Gerade für neue MitarbeiterInnen ist es deshalb ratsam, solche Rituale zu verinnerlichen und auch zu pflegen. Als Beispiel kann hier die Tatsache dienen, dass für viele KollegInnen ihr Schreibtisch oder ihr Büro ein zu respektierender Schutzraum ist – deshalb wird z.B. auf Anklopfen großer Wert gelegt.

6. Umgangsform Nr. 1 – Pünktlichkeit

Unpünktlichkeit wird von Kollegen, Vorgesetzten und auch Kunden als mangelnde Wertschätzung, schlechter Umgang und Respektlosigkeit angesehen und missbilligt. Gerade bei internen Meetings mit Vorgesetzten, Kundenterminen oder Besprechungen mit KollegInnen zeugt Pünktlichkeit von gutem und respektvollem Benehmen.

Sollten Sie sich aus nicht selbst verschuldeten Gründen einmal verspäten, so gehört es zum guten Ton, dass Sie sich zumindest telefonisch entschuldigen und den oder die wartenden Personen um etwas Geduld bitten.

7. Nehmen Sie Rücksicht

Eine Verhaltensweise, die von Kollegen sehr geschätzt wird, ist Rücksichtnahme. Beispielsweise gehört es zum guten Umgang, KollegInnen um Erlaubnis zu fragen, wenn man in einem Großraumbüro das Fenster öffnen oder sich etwas ausleihen möchte.

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Zu guter Letzt gilt: Lassen Sie Ihren gesunden Menschenverstand walten und gehen Sie mit all Ihren Mitmenschen freundlich um. Im Grunde sind alle an einem angenehmen Arbeitsklima interessiert und versuchen, etwas dazu beizutragen.

Sollten sich trotzdem Konflikte am Arbeitsplatz ergeben, so stehen Ihnen die Beraterinnen und Berater des EAP-Instituts gerne mit Rat und Tat zur Seite. Kontaktieren Sie uns!